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Steven Biel, Portrait von vorn: kurzes Haar, Brille, dunkles Hemd

Ich bin kein typischer Webdesigner.

Ich habe zwanzig Jahre lang in der Industrie Abläufe gebaut und Menschen geführt. Ich denke in Prozessen — roter Faden, kritischer Pfad. Wie läuft etwas, wie fließt Material, und wie fließen Bits.

Webseiten sind für mich deshalb kein Handwerk für sich. Sie sind der Teil eines Ablaufs, den man von außen sieht.

vision und werte

  1. Du redest mit mir, nicht mit einem Ticketsystem.

    Bei mir gibt es keine Ticketnummer und kein Portal, in das du dich einloggen musst, um zu fragen, ob dein Foto getauscht wurde. Du schreibst mir oder rufst an. Die Antwort kommt von mir.

  2. Wenn ein Problem auftaucht, suche ich eine Lösung.

    Ich schaue mir an, was möglich ist, wäge ab, was schiefgehen kann, und setze es dann um. Wenn es falsch war, drehe ich noch eine Runde. Was ich nicht mache: lange erklären, warum etwas nicht geht.

  3. Ich baue nichts, was du nicht verstehst.

    Ich erkläre dir, was ich tue, in deiner Sprache — und wenn ich es dir nicht erklären kann, ist es das falsche System.

  4. Bei jedem Auftrag frage ich mich, was ich damals gebraucht hätte.

    Diese Frage ist bis heute mein Maßstab: Was hätte ich an deiner Stelle gebraucht?

  5. Morgen mache ich es besser als heute.

    Bei jeder weiteren Seite habe ich mir vorgenommen, ein Element besser zu werden als bei der davor. Das mache ich immer noch so.

meine reise

  1. Die ersten Rechner

    Anfang der Neunziger

    Ein beiger Tischrechner aus den frühen Neunzigern mit Röhrenmonitor, Diskettenlaufwerken und MS-DOS auf dem Bildschirm
    So sah es aus: 386er, Röhre, zwei Laufwerke — und MS-DOS, bevor irgendetwas von allein lief. Nachgestelltes Bild.

    Ich bin 1980 in Magdeburg geboren. Anfang der Neunziger kamen die ersten Rechner ins Haus — 286er, 386er. Erst den Monitor einschalten, dann den Rechner, sonst flog die Sicherung.

    Ich mochte die Dinger von Anfang an. Plug and Play gab es nicht: Wer spielen wollte, musste das Netzwerk selbst einrichten, Hardware reparieren, Software zum Laufen bringen. MS-DOS, Norton Commander, Windows 3.11. Genau das war der Reiz.

    Ich habe nie beschlossen, mich mit Computern zu beschäftigen. Es war von Anfang an ein Hobby.

  2. Callcenter für den ADAC

    Als junger Mann

    Ich habe als junger Mann in einem Callcenter gearbeitet, für den ADAC. Ich weiß ziemlich genau, wie sich das von der anderen Seite anfühlt: Man ist keine Person mehr, man ist ein Vorgang.

    Deshalb gibt es bei mir keine Ticketnummer und kein Portal.

  3. Zwanzig Jahre Industrie

    Fertigung, Vorarbeiter, Führungskraft, Abteilungsleiter

    Meine Ausbildung habe ich bei einem Computerhändler angefangen und nicht zu Ende gemacht. Danach kam die Industrie: erst in der Fertigung, dann Vorarbeiter, dann Führungskraft, am Ende Abteilungsleiter mit bis zu 250 Mitarbeitern. Industriemeister 2012, später Lean.

    In der Nachtschicht ist niemand sonst da, den man fragen könnte — du entscheidest, oder es steht still.

    Zwanzig Jahre lang ging es um dasselbe: Wie läuft etwas — und wie läuft es besser?

  4. Meine größte berufliche Niederlage

    Ich hatte verstanden, dass in jedem Betrieb neben dem sichtbaren Materialfluss ein zweiter Fluss läuft — der digitale. Man kann ihn nicht sehen und nicht anfassen.

    Ich bin daran gescheitert, das Leuten zu erklären, die keinen Bezug dazu hatten.

    Seitdem weiß ich:Man kann keine Systeme aufbauen, die die Leute nicht verstehen.

  5. Die Ferienwohnung

    2022

    Wohn- und Essbereich der Ferienwohnung in Canhusen: heller Raum mit rundem Esstisch, vier Polsterstühlen und einer Wendeltreppe
    Die Wohnung, für die alles anfing.
    Heute: fewo-canhusen.de

    2022 habe ich unsere Ferienwohnung umgebaut. Als sie fertig war, wollten wir vermieten — und stellten fest: Ohne eigenen Internetauftritt geht das nicht. Also habe ich Angebote eingeholt. Sie lagen zwischen 4.500 und 6.000 Euro.

    Und ich dachte:

    Was ich jetzt bräuchte, ist jemand,

    • der mir das abnimmt,
    • der beim Formulieren hilft,
    • der bezahlbar ist — ein schmaler Betrag im Monat statt vierstellig auf einen Schlag,
    • und trotzdem etwas Anständiges liefert.

    Das ist der Satz, aus dem Biel Digital wurde. Er beschreibt bis heute, was ich anbiete — aufgeschrieben, bevor es die Firma gab.

    Das gab es nicht. Also habe ich es gebaut. Danach habe ich für Freunde gebaut, für die Kita meiner Frau, für eine Tagesmutter. Meine erste Kundenseite habe ich für 35 Euro im Monat gebaut. Nicht, weil ich ein Geschäft daraus machen wollte. Weil es Spaß gemacht hat.

  6. Die Nacht mit dreizehn Seiten

    Sommer 2026, drei Wochen

    Im Sommer 2026 lief WP2Shell: zwei Lücken im WordPress-Kern selbst. Ab dem 18. Juli, einen Tag nach dem Patch, wurden sie massenhaft ausgenutzt — Angreifer legten Webshells, getarnte Plugins und heimliche Admin-Konten ab.

    Bei dreizehn Seiten kam die Nacht, in der WordPress einen Angriff meldete.

    Dreizehn Seiten prüfen, säubern, wiederherstellen. Das hat mich drei Wochen gekostet. Meine Kunden haben davon nichts gemerkt — Betreuung war von Anfang an im Preis.

    Danach war klar: Das geht nicht mit mehr Fleiß. Das geht nur mit besseren Abläufen. Und damit war ich wieder bei dem, was ich zwanzig Jahre lang gemacht hatte — nur diesmal für meinen eigenen Betrieb.

Was mich antreibt, ist ziemlich einfach:

Alles, was ich heute nicht kann, kann ich morgen.

Man muss es lernen und dann eben ausprobieren.

Und ich mag Leute, die genauso ticken. Die die Ärmel hochkrempeln, ohne zu warten, bis jemand es ihnen erlaubt. Die sagen: Ist mir egal, was andere denken, ich glaube, ich kann das — vielleicht nicht heute, aber morgen.

Wenn du so jemand bist und eine Webseite brauchst: Ruf an.

Steven Biel · Biel Digital · Hinte, Ostfriesland